
Eine stärkere Zukunft für das ländliche Europa
LEADER/CLLD als Säule der EU-Entwicklung sichern
Ländliche Räume brauchen dringend Aufmerksamkeit
In der gesamten Europäischen Union stehen Ländliche Räume vor wachsenden Herausforderungen: eine alternde Bevölkerung, die Abwanderung junger Menschen, wirtschaftliche Stagnation, eingeschränkter Zugang zu Dienstleistungen und zunehmender Druck durch geopolitische Veränderungen. Die Regionen stehen zudem im Mittelpunkt wichtiger EU-Prioritäten wie Ernährungssicherung, Klimaanpassung und territorialer Zusammenhalt. Damit Europa florieren kann, müssen seine ländlichen Räume lebendig, widerstandsfähig und gut vernetzt bleiben.
Die europäischen Grenzregionen erleben zunehmende Sicherheitsbedenken, Bevölkerungsrückgang, Wettbewerbsschwäche und soziale Probleme. Daher sind stärkere lokale Netzwerke und wirtschaftliche Stabilität erforderlich. Gleichzeitig brauchen junge Menschen überzeugende Gründe zum Bleiben: Chancen auf Bildung, Arbeitsplätze, Kultur und ein gesellschaftliches Leben. Ohne eine dynamische regionale Wirtschaft werden junge Menschen weiterhin abwandern, was die Regionen schwächt und die Nachhaltigkeit des Lebens im ländlichen Raum beeinträchtigt. Die EU hat wiederholt das Bleiberecht in ländlichen Räumen betont und dafür gesorgt, dass das Leben auf dem Land eine praktikable und attraktive Option bleibt.
Im Zentrum dieser Herausforderungen gibt es eine Chance: partizipative Instrumente zur Förderung der regionalen Entwicklung, die es den Menschen vor Ort ermöglichen, ihre eigene Zukunft zu gestalten.
Seit über 30 Jahren beweisen LEADER und die von der lokalen Bevölkerung betriebene Entwicklung (CLLD), dass partizipative Bottom-up-Ansätze die Herausforderungen im ländlichen Raum erfolgreich bewältigen können. Lokale Aktionsgruppen (LAGs) mobilisieren lokales Wissen, bauen soziales Kapital auf und setzen innovative Lösungen um, die auf die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Regionen zugeschnitten sind.
LEADER/CLLD bietet:
- Wirtschaftliche Chancen: Unterstützung kleiner Unternehmen, nachhaltiger Tourismus, digitale Innovation und lokale Lebensmittelversorgung.
- Bindung junger Menschen: Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region, Ausbildungsprogramme und Dienstleistungen, die ländliche Räume zu attraktiven Wohn- und Arbeitsorten machen und das „Recht zu bleiben“ stärken.
- Soziale Innovation: Ländliche Gemeinden entwickeln Lösungen zur Grundversorgung und zum Übergang in eine grünere Wirtschaft sowie zur kulturellen Vitalität.
- Stärkere EU-Integration: LAGs werden zu regionalen europäischen Kontaktstellen , stärken demokratische Teilhabe und wirken der Euroskepsis im ländlichen Raum entgegen.
- Sozialkapital: Der Prozess der partizipativen Entwicklung erhöht das Sozialkapital der daran beteiligten Regionen erheblich, was wiederum zu einer besseren Lebensqualität in unseren ländlichen Regionen führt.
Ein fairer Deal für das ländliche Europa: Unsere Forderungen – die Lösung
Ländliche Räume machen 80 % der Fläche der EU aus und beherbergen etwa 30 % der Bevölkerung. Trotz ihrer entscheidenden Bedeutung und des Erfolgs von LEADER-CLLD wird von den LAGs verlangt, mit weniger Mitteln mehr zu leisten. Angesichts der aktuellen Herausforderungen der EU dürfen wir nicht vergessen, dass ländliche Gebiete Priorität haben. Ohne florierende ländliche Räume gibt es kein Europa. Um das Potenzial partizipativer ländlicher Entwicklung voll auszuschöpfen, fordern wir die Europäische Kommission auf:
- Machen Sie partizipative Instrumente zur ländlichen Entwicklung im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) in allen EU-Mitgliedsstaaten verbindlich und stellen Sie sicher, dass Leader/CLLD eine tragende Säule der EU-Raumordnungspolitik bleibt.
- Integrieren Sie LEADER/CLLD in verschiedene EU-Politikbereiche und sichern Sie die Mittelzuweisung durch Zweckbindung, darunter die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und die Kohäsionspolitik. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die ländliche Entwicklung über die Landwirtschaft hinausgeht. Ländliche Entwicklung muss deshalb umfassender definiert und kommuniziert werden.
- Stärkung und Anerkennung der Rolle lokaler Aktionsgruppen (LAGs) als zentrale Förderer der EU-Politik auf lokaler Ebene und als zentraler Akteur bei der Prävention und Bekämpfung von Desinformation. Machen Sie die LAGs zu anerkannten Partnern bei der Umsetzung der politischen Ziele der EU und bei den Bemühungen um die europäische Integration.
- Vereinfachen Sie den Zugang zu Finanzmitteln, indem Sie den Verwaltungsaufwand verringern und dafür sorgen, dass der Multifonds-Ansatz die, von der Gemeinschaft getragene Initiativen unterstützt. Dies geschieht im Einklang mit der Verpflichtung der EU, den bürokratischen Aufwand in den Mitgliedstaaten zu reduzieren und die Kapazitäten der lokalen Verwaltung zu stärken.
- Erhöhung der Mittel für LEADER-CLLD auf ein Niveau, das seiner nachgewiesenen Wirkung und seiner erweiterten Rolle bei der Bewältigung ländlicher Herausforderungen gerecht wird.
Diese Forderungen stehen im Einklang mit der langfristigen Vision für ländliche Gebiete (LTVRA), der Erklärung zum Rural Pact und der Vision für Landwirtschaft und Ernährung 2040, die wiederum aus dem Strategischen Dialog über die Zukunft der Landwirtschaft und Ernährung hervorgegangen ist. Sie alle haben ehrgeizige Ziele für stärkere, vernetzte, widerstandsfähige und prosperierende ländliche Gebiete gesetzt. Wir unterstützen diese Verpflichtungen uneingeschränkt und fordern die Europäische Kommission dringend auf, sie in konkrete Maßnahmen umzusetzen, indem sie LEADER/CLLD im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) Priorität einräumt.
Europa kann es sich nicht leisten, ländliche Gemeinden zu vernachlässigen. Wir fordern konkrete Maßnahmen, um LEADER/CLLD in den Mittelpunkt der EU-Politik für ländliche Räume zu rücken und so territorialen Zusammenhalt, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, demokratische Resilienz und eine wirksame Krisenbewältigung zu gewährleisten.
Unterzeichnen Sie diese Petition, um sicherzustellen, dass die Stimmen der ländlichen Bevölkerung gehört werden und dass die partizipative Entwicklung ein zentrales Anliegen der EU-Politik bleibt!



